Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst erfolgt am 17.11.2021 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 009 (Sendung vom 28.06.1966)

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Filmfälle

Falsche Hausprüfer

  • Details: Bevorzugt werden alte Gebäude, Täter kommen zu zweit und stellen sich als Mitarbeiter des Baubehörde vor. Den Eigentümern wird erzählt, das das Haus wegen Baufälligkeit abgerissen werden soll, die Gemeinde jedoch für Ersatz sorgen wird. Für den anstehenden Umzug gibt es schon einmal 50 DM in bar, hat aber "leider" nur einen 100 DM-Schein, so wird das Geldversteck herausgefunden, doch das Geld gibt es auf einmal doch auf das Konto. Einer der Täter geht mit dem Mann ins Obergeschoß, um dort den Zustand zu Inspizieren, der andere lotst die Frau in die Küche, um sie Abzulenken soll sie sich aus einem Katalog noch etwas im Werte von 600 DM auszusuchen, während er zum Geldversteck geht und dieses leert.
  • Zitate: Ede: "Die Männer gehören zu einer vielköpfigen Bande von Trickdieben, deren Mitglieder sich aus mehreren Landfahrersippen rekrutieren."
  • Besonderheiten ZIG als Ortskennung im Fahrzeugkennzeichen der Täter (Altkreis Ziegenhain, Kreis existierte bis 1973, vgl. hier, man scrolle bis Z runter)
  • Bewertung: ***

Einspannbetrug

  • Details: Am Rande der Internationalen Fachmesse Düsseldorf wird selbst in Nachtlokalen meist nur über Geschäfte gesprochen. Dr. Frisch, Stuttgarter Fabrikant von Übersetzungsgetrieben, erhält dort gewinnträchtigen Tipp von österreichischem Industriemakler Radschinowitz. Besonders reizvoll dabei: Ertrag könne am Fiskus vorbei im Ausland angelegt werden. Radschinowitz kenne steinreichen brasilianischen Kaffeeproduzenten, der in alteuropäische Kunst vernarrt sei. Bei passender Inszenierung durch Dr. Frisch könnten ihm dabei weit überhöhte Verkaufspreise abgeluchst werden. Fabrikant soll sich von Münchner Kunsthändler einige Holländer aus 17. Jahrhundert zur Ansicht ausleihen; dann will Radschinowitz den Brasilianer entsprechend mit ihm in Kontakt bringen, gegen Gewinnbeteiligung von 30 Prozent. Dr. Frisch willigt ein und erhält von Kunsthändler Oberhorner leihweise vier Gemälde mit verbindlicher Kaufoption für 250.000 DM. Radschinowitz schlägt vor, diese noch intern schätzen zu lassen, bevor der Interessent aus Südamerika kommt. Vom Österreicher besorgter Sachverständiger taxiert Werke daraufhin auf 400-500.000 DM. Plantagenbesitzer Coracera ist hingerissen ("Diese Farben! Diese Linie!"), will Dr. Frisch halbe Kaffeeernte für Gemälde übereignen. Dieser verlangt statt dessen 750.000 DM in Geld. Brasilianer will mit eigenem Gutachter aus Frankfurt wiederkommen; der stellt Echtheit der Gemälde fest und schätzt Sammlung auf 500-550.000 DM, eventuell mit weiterem Potential auf amerikanischem Markt. Letztlich einigt man sich auf Verkauf für 600.000 DM. Herr Coracera leistet spontane Anzahlung von 1.500 Dollar, um Geschäft perfekt zu machen. Danach erscheint plötzlich Kunsthändler Oberhorner bei Dr. Frisch und will Bilder zurückhaben. Fabrikant besteht jetzt aber auf verbindlichem Kaufangebot und stellt Oberhorner sofort Scheck über 250.000 DM aus, der auch umgehend eingelöst wird; danach hört er von keinem Beteiligten mehr etwas. Als Gegenleistungen bleiben ihm nur kleine Anzahlung sowie Bilder, die zusammen laut späterer Prüfung lediglich 5.000 DM wert sind. Österreicher, Brasilianer, Kunsthändler und beide Sachverständigen steckten alle unter einer Decke, um Dr. Frisch zur Ausstellung des Schecks zu bewegen.
  • Darsteller: Hans Schulze als Industriemakler Radschinowitz, Alfred Mendler als Dr. Frisch, Karl Fürstenberg als Herr Oberhorner, Fritz Gehlen als Herr Coracera
  • Zitate: "Finanzamt?! Um Gottes Willen! Erinnern Sie mich bloß nicht daran!"; "Ja und wie wollen Sie dabei ins Geschäft kommen? Handeln Sie auch mit Öl auf Leinwand?" "Nein, Herr Doktor! Sehe ich so aus?"; "Also ehrlich gesagt, ich weiß nicht, ob das an diesem Whisky liegt, aber ich habe immer noch nicht begriffen, worauf Sie eigentlich hinaus wollen."; "Was würden Sie für einen Taxwert festsetzen, wenn die Bilder zur Auktion kämen?"; "Vier Werke, einen Cuyp, einen Bijlert, einen Olis und einen Verschuring ... mit ca. 400'000 Mark könnte man wohl rechnen."; "Ach, diese Farben, diese Linie! Sie müssen mir geben, ich gebe Ihnen alles, was Sie wollen. Sie bekommen halbe Ernte, beste Qualität!"; "Also gut, sollte sein. 600'000 Mark!" "Oh, Doktore, ach Sie sind mein Wohltäter!"
  • Bewertung: *** Klassiker
  • Besonderheiten: Für die Masche existiert die Alternativbezeichnung "Einsponbetrug", so auch von Ede in der Einleitung verwendet. Aufwendig mit verteilten Rollen inszenierter Schwindel im Sinne eines sog. "Big Con" oder "Long Con" (vgl. auch den Hollywood-Film "Der Clou" von 1973). Bei den gezeigten Gemälden handelt es sich um "Ziehen an der Brezel" von Jan van Bijlert (c. 1630; seit 1970 im Centraal Museum, Utrecht; von Off-Ede als "Die Brezelesser" bezeichnet), um ein Interieur mit Musikgesellschaft von Jan Olis (1633; seit 1920 in der National Gallery, London; im Film und hinter Ede noch zu sehen mit inzwischen entfernter Knabenfigur im linken Hintergrund), um das Portrait einer Dame im schwarzen Kleid von Aelbert Cuyp sowie um das Bild einer rastenden Jagd- oder Reisegesellschaft von Hendrick Verschuring.

Provozierte Unfälle

  • Details: Alltägliche Verkehrsunfälle werden provoziert, Zeugen finden sich auch immer, die alles gesehen haben. Schrottautos werden genutzt und notdürftig hergerichtet, Versicherungen zahlen alles
  • Zitate: "Herr Wachtmeister, das hab' ich ganz genau gesehen, die Frau hat schuld! Der Wagen ist von rechts gekommen. Er hat die Vorfahrt gehabt und sie hat sie mißachtet."; Off-Ede: "Der junge Mann und auch der Zeuge, der ihm so lautstark zur Hilfe kam, gehören einem Verbrecherring an, der bei Altwagenhändlern schrottreife Fahrzeuge kauft, um damit Unfälle zu provozieren, bei denen sie nach den Buchstaben der Straßenverkehrsordnung als Opfer fremder Fahrlässigkeit erscheinen."
  • Bewertung: ***

Experiment: Maschinenkauf auf fremde Rechnung

  • Details: In kleine Geschäfte gehen, eine Kleinigkeit kaufen und ein größeres Geschäft in Aussicht stellen, bitte um Mitnahme einer größeren Maschine zur Ansicht. Der erste Versuch misslingt, doch in weiteren Versuchen wird das auch ermöglicht, ohne die Legitimation gründlich zu überprüfen.
  • Bewertung: ***

Bemerkungen

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