Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst erfolgt am 17.11.2021 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 037 (Sendung vom 02.12.1972)

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Betrug mit Heimarbeit ("Computerausweis")

  • Details: Viele Menschen in Bezug auf Heimarbeit schon skeptisch, vor allem was Vorauszahlungen und Kautionen für Material, Handbücher etc. betrifft; gerissener Betrüger macht sich dies zunutze: Bietet Heimarbeit an und weist explizit darauf hin, dass nichts bezahlt werden muss; einzige Ausnahme: Da die Arbeit "vom Computer aus" passend zu den Fähigkeiten der Heimarbeiter zugewiesen werde, brauche jeder Heimarbeiter einen maschinenlesbaren Ausweis, nämlich eine Lochkarte; dieser "Computerausweis" koste 10,38 DM; das Geld solle aber auf keinen Fall an die Heimarbeitsfirma überwiesen werden, sondern direkt an die Firma, die die Computerausweise herstellt: 'A-EDA Computeranstalt' in Schaan, Fürstentum Liechtenstein; Firma hat Postscheckkonto in Frankfurt, wo täglich dutzende Zahlscheine eingehen; Postbeamter tippt endlose Listen mit 10,38 DM-Anweisungen in Rechenmaschine; gleichzeitig schicken Postmitarbeiter in Schaan reihenweise an A-EDA adressierte Briefe an die Absender zurück, da die Firma dort nicht existiert; viele Heimarbeitsinteressenten, die das Geld anweisen aber nicht nachhaken, hören von der Firma nie wieder etwas, so, wie Hausfrau Käthe Hartmann aus der Nähe von Passau: Sie zahlt Geld auf Postamt ein und schlägt Warnungen des Postbeamten in den Wind; der mit 38 Jahren invalid gewordene Frührenter Horst Wittmann lässt nicht so leicht locker; nach zwei Briefen erhält er einen Personalbogen mit vielen, teilweise indiskreten und unverständlichen Fragen; bemüht sich, den Bogen wahrheitsgemäß auszufüllen; wird ein weiteres Mal dreist abgezockt: Heimarbeitsfirma nötigt ihm ein Zeitungsabo auf, da die Firma über Annoncen Kontakt mit den Heimarbeitern aufnehme (à la "Alle Heimarbeiter im Postleitzahlenbereich 7, für euch gibt es Arbeit") - das sei billiger, als jeden Heimarbeiter einzeln anzuschreiben; zu guter Letzt verlangt sie von Wittmann noch einmal 3,20 DM Bearbeitungsgebühr, weil er angeblich den Personalbogen nicht ordnungsgemäß ausgefüllt habe; das "Büro" der Heimarbeitsfirma ist ein 6 m² großes Zimmer mit sehr spärlicher Ausstattung und einem einzigen Mann, der sich ganze Masche ausgedacht hat, der alles organisiert und dem mutmaßlich auch liechtensteinisches Konto gehört.
  • Darsteller: Antonie Gierl als Käthe Hartmann, Wilhelm Zeno Diemer als Posthalter Sepp, Elisabeth Gessau als Christa Wittmann, Wolfgang Ziemssen als Horst Wittmann, Ulrich Popp als Betrüger
  • Zitate: Beratungen im Hause Wittmann: "Dann sind also die anderen, die Geld haben wollen, alles Gauner!" - "Da siehste mal, wie man aufpassen muss!"... [nach Erläuterung der Lochkartengebühr:] "Also muss man doch erst wieder was bezahlen!" - "Das ist aber ganz was anderes... das hier ist ne ganz andere Firma!" Ernüchterung bei Passau: "Sag amoi, was is jetz des mit deiner Heimarbeit? Was machstn da jetz?" - "Ge, frag mi net lang, gaar nix iss' - Oizsamm san's Lumpen!"
  • Bewertung: **
  • Besonderheiten: Ede erklärt abschließend aus dem Studio, dass der Unbekannte seinen Trick clever abgesichert hat: Wer gegen die Abzocke prozessiert, kann zumindest keine Rückzahlung erwarten. Er kann sich nicht an fiktive Firma aus Liechtenstein halten, aber auch nicht an Initiator selbst, da dieser Offenbarungseid geleistet hat; Nachweis, dass überwiesene Gebühren ihm zugeflossen sind, lässt sich wegen strengen liechtensteinischen Bankgeheimnisses nicht erbringen. Ede gibt wieder einmal den Rat, für angebotene Heimarbeit keine Vorleistungen zu erbringen.

Der falsche Firmenchef

  • Details: Ede hebt schon einleitend Dreistigkeit der Masche hervor, deren Opfer den Betrüger nie zu Gesicht bekommen: sein wichtigstes Requisit ist das Telefon. Unbekannter führt sich damit meist bei Edelsteinhändlern als Direktor eines Unternehmens mit örtlich bekanntem Namen ein. Diesmal kontaktiert er als Herr Blumenfeld von gleichnamiger Maschinenfabrik den örtlichen Juwelier Glöckner: Er suche Brillanten zu interessanten Preisen, gerne Mehrkaräter, als Kapitalanlage. Herr Glöckner hat Passendes da (2,01 Karat, river lupenrein, mit Expertise aus Idar-Oberstein), für 44.625 DM. Herr Blumenfeld gibt sich interessiert, will Stein aber erst in Augenschein nehmen. Da Besuch beim Juwelier zeitlich nicht möglich sei, soll dieser noch heute in der Firma vorbeikommen. Herr Blumenfeld inszeniert kleine Telefonkomödie zur Terminfindung, will dann zunächst Punkt halb zwölf auf Firmenapparat 276 zurückgerufen werden. Er hatte vorab erkundet, dass dies Nebenstelle der dortigen Pforte ist. Anmeldung unter anderem Namen bei Verkaufsabteilung ermöglicht es ihm, kurz vor halb über Nebeneingang das Firmengelände zu betreten und von dort zur Pforte zu eilen. Am Hauptportal stellt er sich diensthabendem Herrn Schultze als Dr. Blumenfeld vom Zweigwerk in Gießen vor, der dringendes Telefonat erwarte. So kann er verabredeten Anruf Herrn Glöckners auf dem Firmenapparat entgegennehmen, verabredet nun Treffen für 14 Uhr. Es könne aber sein, dass er bis dahin doch noch weg müsse; für diesen Fall soll Brillant nur an Herrn Schultze als Vertrauensmann ausgehändigt werden; dessen Augen leuchten ob des persönlichen Spezialauftrags. Daraufhin entnimmt Herr Glöckner fraglichen Stein aus Tresor; er ist vorsichtiger Geschäftsmann, hat hier angesichts der Einfädelung des Tricks aber keinerlei Grund zu Misstrauen. Juwelier erscheint pünktlich am Hauptportal, erfährt dort von Herrn Schultze, dass Direktor sich gerade telefonisch entschuldigt habe. Herr Glöckner zögert noch einen Moment, will zunächst auf Herrn Blumenfeld warten. Da aber nicht absehbar ist, wann dieser zurückkehrt, übergibt er Diamanten letztlich an Herrn Schultze, um neue Geschäftsbeziehung nicht zu gefährden. Herr Blumenfeld, der die Szene aus der Distanz beobachtete, kommt nach Abfahrt des Juweliers auf Herrn Schultze zu, nimmt Päckchen ohne Schwierigkeiten entgegen und verschwindet spurlos - nicht ohne dem Pförtner zuvor noch eine Chefzigarre zu vermachen. Wirklicher Name des Betrügers sei der Polizei laut Off-Ede noch immer unbekannt.
  • Darsteller: Aljoscha Sebaldt als Direktor Blumenfeld, Theo Maier Körner als Eberhard Glöckner, Oskar Kratz-Corell als Herr Schultze mit Teezett
  • Zitate: Direktor am Telefon: "Moment mal, lassen Sie mich mal eben nachschauen... ich hab da noch zwei andere Angebote...[legt Hörer auf Telefonbuch und raschelt mit Seiten]...Jjjaaa, ich habe mal verglichen, der Preis ist nicht uninteressant..." / "Moment mal, bitte... Fräulein Krüger, wo ist denn mein Kalender?... Jjja, danke... Jjjaaa, da ist ein Termin noch etwas unsicher, und ich möchte nicht, dass Sie dann womöglich lange warten müssen..." Direktor zum Pförtner: "Rauchen Sie?" - [reicht ihm Zigarre] - "Verbindlichsten Dank, Herr Doktor, verbindlichsten Dank!" - "Wenn Sie mal irgendwelche Schwierigkeiten haben, Schultze, rufen Sie mich einfach an in Gießen!"
  • Bewertung: *** Klassiker
  • Besonderheiten: eine Art analoge Vorform von CEO-Fraud, zugleich auffälliges männliches Pendant zum spektakulären Trickbetrug aus der vorangegangenen Sendung; fulminant chargierend: Aljoscha Sebaldt als blasiert-jovialer Chefdarsteller. Ede erläutert im Nachgang, dass ähnliche Maschen auch mit anderen Wertgegenständen wie Pelzen oder Teppichen praktiziert würden; er empfiehlt als Lehre, auch bei guten geschäftlichen Gelegenheiten im Zweifel Vorsicht über Vertrauensseligkeit zu stellen.

Abkassieren mit der Yoga-Masche

  • Details: Angeblicher Yoga-Experte Wolfram Schwartenbach hält Vortrag in Kolpinghaus; viele Interessenten mit gesundheitlichen Einschränkungen, die etwas für ihr Wohlbefinden tun wollen; auch Ehepaar Ernst und Maria Jürgens sind nicht so fit, wie sie es gerne wären; hören interessiert den Ausführungen Schwartenbachs zu, der allerdings keine Ahnung von Yoga hat, nur Allgemeinplätze referiert und Schneidersitz-Posen einnimmt; Publikum trotzdem beeindruckt; hinterher Yoga-Bücherverkauf für 15 DM und Privatbesuch-Angebot; auch Ehepaar Jürgens bestellt Schwartenbach zum Haustermin; Ernst Jürgens macht Atemübungen im Büro; beide versuchen sich mit Yoga-Positionen im Wohnzimmer; als Schwartenbach kommt, will er allerdings keine Übungen machen oder sehen, sondern viel lieber über die richtige Ernährung sprechen; Übungen machten ohne entsprechende Diät gar keinen Sinn; nach entsprechendem Verkaufsgespräch ordert das Paar Jürgens allein Diät-Tonikum für 500 DM, dazu noch Diät-Zucker und andere Präparate; Schwartenbach verkauft insgesamt an alle Interessenten der Stadt überteuerte Ware in Höhe von 10.000 DM; anschließend Anruf aus Telefonzelle in der nächsten Gemeindeverwaltung, um dort den Gemeindesaal zu mieten
  • Darsteller: Henry König als Ernst Jürgens, Gudrun Stütz als Maria Jürgens, Rudolf H. Herget als Wolfram Schwartenbach
  • Zitate: "Wir bemühen uns sowieso schon um eine gesunde Ernährung. Knäckebrot, Milch, Obst..." - "Ja, viele glauben, sie könnten die richtige Ernährung so über den Daumen peilen. Aber da gehört ein bisschen mehr dazu."
  • Bewertung: **
  • Besonderheiten: Beim Besuch des Yoga-Lehrers beim Ehepaar Jürgens ist deutlich der Mikrofongalgen im Bild zu sehen, später dessen Schatten auf der Schrankwand. Mit einer ähnlichen Masche verkauft der "Hellseher Cirro" in einem Filmfall drei Jahre später höchst erfolgreich Vibrationskissen.

Experiment: Der falsche Kundendienst

  • Details: VW-Bus mit Lockvögeln verfolgt Auslieferungs-LKW eines Elektogeräteverkäufers; Notieren der Adressen; am Tag darauf fahren Lockvögel bei den Kunden noch einmal vor; geben sich in weiße Kittel gekleidet als Kundendienst-Monteure aus und wollen Geräte unter einem Vorwand wieder abholen; Besitzer des ersten Geräts, eines Schwarzweiß-Fernsehers für 520 DM, ist zwar skeptisch, lässt Männer aber schließlich doch mit dem Gerät ziehen; auch Farbfernseher für 2.500 DM, Bügelautomat für 900 DM und Allgas-Herd für knapp 1.000 DM werden von Käufern herausgegeben
  • Zitate: "Sehen sie, hier hinten diese ... Endzahl 79 hier an der Herstellungsnummer. Das ist die kritische Zahl. [...] Ich kann Ihnen das Gerät nicht hierlassen, das geht Ihnen kaputt, es hat keinen Zweck. [...] Weil das ein Gleichstromgerät ist und alle Geräte mit der Nummer 79 hier hinten drauf sind Gleichstromgeräte, dann geht Ihnen das kaputt."; "Die Stufen zum Erfolg sind zuweilen steil ... auch, wenn's abwärts geht!" (Off-Text Ede)
  • Bewertung: ***

Bemerkung

Vorherige Sendung: VF 036 (Sendung vom 12.08.1972)

Nächste Sendung: VF 038 (Sendung vom 10.03.1973)

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