Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst erfolgt am 17.11.2021 im ZDF! Unbedingt einschalten!

VF 112 (Sendung vom 03.03.1989)

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Filmfälle

Betrug mit Konzertkarten

  • Details: Die 59 Jahre alte Verwaltungsangestellte Johanna Brattke will unbedingt zum Placido-Domingo-Konzert in die Frankfurter Alte Oper; restlos ausverkauft; entdeckt Annonce in Lokalzeitung, in der noch Restkarten angeboten werden; ruft dort an und bestellt für sich und ihre Freundin zwei Tickets à 320.- DM; wenige Tage später kommt Bestellbestätigung per Post; wegen der großen Nachfrage soll gleich bezahlt werden; Frau Brattke füllt Scheck aus und legt ihn bei; Karten werden laut Brief der Verkaufsagentur am Konzertabend in nahegelegenem Hotel hinterlegt; Mann in Verkaufsagentur öffnet reihenweise Briefe von Bestellern und entnimmt Bargeld. Am Konzertabend: Johanna Brattke mit Freundin pelzbemantelt in Taxi, Brattke steigt erwartungsfroh am Hotel aus und will Karten abholen; dort Ernüchterung: Concièrge teilt ihr mit, dass keine Karten hinterlegt sind - und vor ihr schon mindestens 20 andere Konzertfreunde ihre Domingo-Tickets abholen wollten.
  • Darsteller: Gisela Zülch als Johanna Brattke, Giselle Vesco als Erika, Jochen Rühlmann als Concierge
  • Zitate: "Der Kult mit den großen Schtars treibt schon seltsame Blüten. Da campieren hunderte von Menschen tage- und nächtelang an den Vorverkaufsstellen, um eine Eintrittskarte zu ergattern." (Ede in der Anmoderation)
  • Bewertung: *
  • Besonderheit: Frau Brattke telefoniert mit einem der damals relativ neuen Schnurlostelefone. Allerdings drückt sie bei ihren Gesprächen niemals die "Wählen" oder "Auflegen"-Taste. So hätte sie gar nicht telefonieren können.

Job-Frust ausgenutzt

  • Details: Versicherungsangestellter Jürgen Steiger genervt von seiner "Emanzen"-Chefin; Arbeit macht ihm keinen Spaß mehr; Werbung für Karriere in der Jahreswagen-Vermittlung im Briefkasten; Steiger wird im Versicherungs-Kundengespräch am Telefon ausfallend und anschließend von seiner Chefin im Großraumbüro zusammengestutzt; nervös und aufgeregt Zigarette anzünden; klagt seiner Frau zuhause sein Leid; nimmt sich nochmal Werbebrief zur Hand; Leitfaden für das Jahreswagen-Vermittlungsgeschäft soll 840.- DM kosten, aber vier Wochen Rückgaberecht; Steiger lässt sich Buch kommen und blickt mit einem Bekannten rein; nur Allgemeinplätze; schickt das Buch per Brief zurück. Ede erzählt den Rest des Falls: vier Wochen später erhält Steiger Brief des Buchversenders, dass er nun neuer Benutzer des Leitfadens sei, dazu Rechnung über die 840.- DM. Verlag gab an, das Buch nicht zurückerhalten zu haben. Amtsgericht verurteilte Steiger zur Zahlung - er hätte beweisen müssen, dass das Buch an den Verlag zurückgegangen sei.
  • Darsteller: Frauke Sinjen als Frau Steiger, Hans Jörg Assmann als Jürgen Steiger, Brigitte Goebel als Frau Dr. Rinke, Manfred Georg Herrmann als Kollege
  • Zitate: "Mach' Dich nur lustig. Du musst ja nicht hin in diesen Scheißladen!" - "Das wird ja auch wieder besser." - "Aber nicht, solange ich diese Matze da vor mir sitzen habe." / "Keine Angst, mein Schatz. Ein Steiger behält immer die Übersicht!"
  • Bewertung: **
  • Besonderheit: Steiger wartet auf dem Weg zur Arbeit an der Bushaltestelle "Alpenstraße/Europaring" in Rüsselsheim; ungewohnter und inspirierter Auftritt von Hans Jörg Assmann als pullitragender frustrierter Angestellter: Auf dem Weg zur Arbeit stolpert er schon auf der eigenen Haustürtreppe!

Zweiter Betrug an Opfern von Warentermingeschäften

  • Details: Albert Dinges betreibt in Niedersachsen Obst- und Gemüseladen; fiel Ende der 1970er Jahre auf betrügerische Warentermingeschäfte in London rein und verlor 18.100.- DM; hatte vor sieben Jahren die Tat angezeigt, seitdem aber nichts mehr in der Sache gehört; Briefträger bringt Luftpostbrief von Detektei aus London; angeblich seien Konten der Warenterminbetrüger lokalisiert worden, auf denen über 30 Mio. DM liegen; Geld solle demnächst beschlagnahmt werden; Dinges solle Vollmacht unterschreiben, damit Detektei seine Interessen bei der Verteilung des beschlagnahmten Geldes berücksichtigen könne; allerdings Aufwandspauschale von 1.900.-; Ehefrau mahnt zur Vorsicht; Dinges bespricht sich deshalb mit anderem Geschädigten, der das Angebot der Detektei aber auch unbedingt annehmen will. Ede erzählt weiter: Optimismus bekanntlich ansteckend, Dinges habe 1.900 DM nach Großbritannien geschickt und damit wieder Geld aus dem Fenster geworfen. Man wisse nicht, ob die aktuellen Täter auch die Warentermin-Betrüger der 1970er waren. Es müsse aber Verbindungen geben, denn die aktuellen Betrüger kennen Details und Anlagesummen der seinerzeit Geschädigten.
  • Darsteller: Hans Künster als Albert Dinges, Gisela Keiner als Frau Dinges
  • Zitate: "Na, na. Damals haben auch klügere Menschen als ich viel Geld verloren"
  • Bewertung: *
  • Besonderheit: Eine der von Ede erwähnten Darstellungen der ersten Welle von Warenterminbetrügereien in VF erfolgte in der letzten Sendung der 70er Jahre.

Experiment: Die Maschen der Portemonnaie-Diebe

  • Details: In zwei kurzen Filmen sowie im anschließenden Experiment mit Bernd Schröder und Helferin Ulla Leitner wird gezeigt, wie leicht es ist, Menschen im Supermarkt oder Café die Handtasche bzw. die Geldbörse zu stehlen:
    • Film 1: Frau lagert Portemonnaie offen im Einkaufswagen; wird durch anderen Kunden in Gespräch verwickelt, derweil greift sich Komplize die Geldbörse
    • Film 2: Junge Frau mit umgehängter Handtasche wird von Mann angerempelt; während Mann sich für Störung entschuldigt, knipst Komplize mit Seitenschneider unbemerkt von hinten Tasche ab
    • Experiment: Ulla Leitner lenkt am Tisch sitzende Opfer mit Frage von einer Seite ab, Bernd Schröder nimmt derweil auf anderer Seite blitzschnell die dort abgestellte Tasche an sich; fünfmal gelingt das Manöver ohne Probleme, einmal wird es zumindest vom Tischnachbarn beobachtet, ein weiteres Mal wird Bernd Schröder vom Opfer gestellt
  • Darsteller: Georg Scharegg als Trickdieb #1, Doris Pusinelli als Opfer, Oliver Nitsche als Trickdieb #2
  • Bewertung: **
  • Besonderheit: Ungewöhnliche Kombination von Filmfall und Experiment

Bemerkungen

  • Ede bringt zu Beginn der Sendung die aktuelle Kriminalstatistik mit an sein Stehpult. Dieses ist schon voller "Requisiten", mit denen Ede auf die Filmfälle der Sendung hinweist: Opernkarten, ein dickes Handbuch, ein Luftpostbrief und eine Backmischung.
  • Während der Sendung weist er zweimal (!) darauf hin, dass die Namen von Personen "stets geändert" sind
  • Außer einem schweigenden Geldzähler bleiben die Betrüger in den ersten drei Filmfällen vollständig in der Anonymität. Dies dürfte weniger didaktische Gründe haben als dem Versuch geschuldet sein, möglichst viele Informationen in 30 Minuten Sendezeit unterzubringen. Die entsprechenden Qualitätseinbußen in der Darstellung sind unübersehbar.

Vorherige Sendung: VF 111 (Sendung vom 16.12.1988)

Nächste Sendung: VF 113 (Sendung vom 26.05.1989)

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